Über Feodora Hohenlohe

Feodora Hohenlohe lernte als Tochter eines Theaterregisseurs früh die Kraft der Bilder zu lieben und tauchte ein in die Welt der Kunst und der Maske. Sehr früh entschied sie sich jedoch für die Darstellung des Realen, das für sie den eigentlichen Zauber birgt. Die Poesie des Alltäglichen findet sich in ihren von Intensität geprägten Stilleben, in ihren Porträts und Bildnissen. Das Skurrile, Märchen- und Maskenhafte, das ihre Kindheit prägte, fließt ein in ihre Capricen und Phantasiestücke. Diese entstehen im Gegensatz zu den oftmals großformatigen Ölgemälden in kleinem Format und in verschiedenen Techniken.                     V.B.

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Feodora Hohenlohe sagt über sich selbst: „Ich bin Malerin und verliebt in die Ölfarbe.  Sie möchten etwas über mich wissen? Dann betrachten Sie meine Bilder.“

Da sieht man nun sehr Unterschiedliches:  der lebensgroße Kopf einer Kuh beäugt den Betrachter (Augenweide), ein gefülltes Golfbag lehnt in einer Zimmerecke (Winterpause), ein  Kinderhochstuhl  steht einsam in kargem Raum (Macht). Es gibt Stillleben, Portraits, Blumenstücke, Tiere – auch solche aus Stoff, –  Seelandschaften, kleine abstrakte Kompositionen und Phantasien. Wo ist da eine Linie zu erkennen? „Weshalb soll ich mich limitieren? Diese Aufforderung ergeht zwar immer wieder an mich, doch genau so wenig, wie ich jeden Tag dasselbe essen möchte, habe ich Lust, einmal Festgelegtes stets aufs Neue zu variieren. Jedes meiner Bilder ist wie ein eigenes Wesen mit ausgeprägter Individualität und nicht eine Marke oder ein voraussehbares Produkt.“

Gemeinsam ist allen Bildern Feodora Hohenlohes Handschrift, die ihr jeweiliges Sujet malend ausforscht und der es gelingt, eine zwar täuschend ähnliche, doch zugleich überhöhte Wirklichkeit des Dargestellten zu beschwören. Oftmals sind es ganz alltägliche, vertraute Gegenstände, die uns durch die Kunst der Malerin in ihren Bann ziehen und diese in einem neuen Licht erscheinen lassen. Dass ihr dabei eine virtuose Übersetzung von Stofflichkeit in Malerei gelingt (den Duft der Blumen und des Leders meint man zu riechen, dem Widder will man in die Wolle greifen), wird von Kritikern und Kunstkennern anerkannt und gerühmt.

Gelernt hat Feodora Hohenlohe ihr Handwerk – dieses Wort darf man im Zusammenhang mit ihrer Malerei durchaus benutzen – von 1981 bis 1988 im Atelier von Peter Schermuly in München, wo sie lebte, bevor sie 1997 Berlin zu ihrem Wohnort wählte.

Feodora Hohenlohes Bilder werden in vielen Ausstellungen gezeigt und sind in bedeutenden Sammlungen wie der Sammlung Würth, der Sammlung SØR Rusche und unter anderem im Museum für Kommunikation vertreten.                         U.H.

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 „Der Ausgangspunkt all dessen, was ich male, ist der Mensch. In meinen Portraits, Akten und Torsi strebe ich danach, mein Gegenüber so zu erfassen, wie ich es wahrnehme, es malend in seiner Natürlichkeit zu entdecken, ohne ihm eine Rolle zuzuweisen. Es liegt mir daran, das, was ist, zu würdigen. Auch in meinen Stilleben ist der Mensch stets spürbar, wenngleich nicht sichtbar. Erst wenn die Spuren des Gebrauchs Gegenstände geprägt, humanisiert haben, werden sie für mich zum malenswerten Sujet.“                                                                       Feodora Hohenlohe